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Es ist das Jahr 2014 und wir sind unterwegs in Mali, genauer auf dem Weg in das Dorf Mourdiah. Die Geschichte von Mourdiah ist zugleich der Beginn einer langen Entwicklungsgeschichte von Africa GreenTec.

Im Juni 2014 begleiteten wir den damaligen Präsidenten Diankounda Traoré in das Heimatdorf seiner Frau. Der Präsident selbst stammt aus Nara, dem Nachbarort. Für unser Team war es damals sehr wichtig, einen international anerkannten Schirmherren für den ersten Prototypen zu gewinnen.

Beim ersten Besuch wurde unser Team in Begleitung des Präsidenten euphorisch empfangen. Zu diesem Zeitpunkt hatten wir noch sehr wenig bis gar keine Erfahrungen, zu welchen Bedingungen wir das Projekt umsetzen könnten. Es gab den Solartainer nur als Konzept aus dem 3D-Drucker. 

Nachdem der Standort für ein erstes Pilotprojekt gefunden war, konnte Torsten zunächst verschiedene Freunde überzeugen, ein Privatdarlehen für den Bau eines Prototypen zu investieren. Der andere Teil konnte im März 2015 über das erste lending-based Crowdfunding für ein Projekt in Afrika auf der Plattform bettervest (die Torsten mitgegründet hatte) finanziert werden. 2015 eine Sensation, denn noch nie hatte eine deutsche Crowd ein Projekt direkt und unmittelbar in Afrika finanziert.

Mit dem Eigenkapital und den Darlehen aus dem Crowdfunding bauten wir im Mai 2015 den ersten Prototypen auf Basis eines 20 Fuß Schiffscontainers in Zusammenarbeit mit Bauersachs. Im Juli 2015 ging die Anlage auf ihre Reise, die Crowd verfolgte den Weg des Containers live mit.

Schließlich kam er über viele Wege und nach noch mehr Abenteuern im September 2015 in Mali an. Aida Schreiber und Lamine Diallo kämpften mehrere Tage mit dem Zoll an der Grenze zwischen Senegal und Mali mit den Zollbeamten. Gemeinsam mit unseren Technikern Seydou Camara und Mohamed Diarra bauten sie die Anlage auf und schulten die neuen Kunden im Umgang mit LEDs und Elektrizität. 

Durch den LKW-Transport war der Solartainer stark beschädigt. In den folgenden Monaten reparierten wir daher das System so gut wie möglich. Leider war unser Vorlieferanten insolvent, so dass wir keine Gewährleistung hatten. Alle Reparaturen mussten daher privat von Torsten und Aida bezahlt werden. Charly, (+) unser Mitgründer und Geschäftsführer, reiste mehrmals nach Mourdiah, um die Kunden zu schulen und das Netz auszubauen.

 

Wir konnten in dieser spannenden Zeit zum Glück auf unsere persönlichen Verbindungen vor Ort vertrauen. Das Stromnetz installierte Aidas Schwager unter der Leitung von Mamadou Sall, der über vielfältige Erfahrungen in Mali verfügt. Insgesamt errichteten wir ein ca. 2.5 Kilometer langes Stromnetz und schlossen 120 Familien an das Netz an.

Im Januar 2016 eröffnete unser Team gemeinsam mit dem Präsidenten die Anlage feierlich. Zu diesem Zeitpunkt war die Sicherheitslage in der Nara-Region noch etwas entspannter. So konnten auch der Präsident und Torsten mit dem Team im Dorf übernachten. 

Damals entstanden auch Freundschaften zwischen der Präsidentengarde und dem Ehepaar Schreiber, die bis heute ein wichtiger Bestandteil unserer Sicherheitskräfte sind. Am nächsten Morgen frühstückten wir im Haus des Griots von Mourdiah mit dem Präsidenten Malis sowie dem Präsidenten der Nationalversammlung und stritten über Weltpolitik

So entstand auch die tiefe Freundschaft zwischen Diancounda Traoré und dem Ehepaar Schreiber, die bis heute hält.

 

Im Laufe des darauffolgenden Jahres 2016 konnten wir umfangreiche Erfahrungen mit unserem ursprünglichen Geschäftsmodell sammeln. Das ursprüngliche Geschäftsmodell basierte auf einem Ratenkauf, bei dem die Anlage von der Dorfgemeinschaft gekauft wird. Alle 120 Familien sollten einen monatlichen Betrag von 20 € bezahlen, so dass die Anlage nach 10 Jahren im Besitz der Familien ist.

Leider gab es nach wenigen Monaten Konflikte zwischen den Familien, da die Strommenge nicht pro rata zwischen den einzelnen Haushalten aufgeteilt wurde. Manche nutzten bis zu 40 Leuchtmittel für ihr Haus, manche nur 1, zahlten aber den gleichen monatlichen Beitrag.

Africa GreenTec entwickelte daraufhin, basierend auf den Daten von Mourdiah, den Solartainer Amali sowie das durch Smart Meter gestützte Betreibermodell, bei dem die Energie mit Hilfe eines Prepaid Systems in 4 Tarifklassen an die Kunden verkauft wird.

Ab dem Frühjahr 2017 führten wir in Mourdiah eine Zwischenstufe ein, bei der wir mit analogen Stromzählern zumindest die Strommenge gerechter verteilten. Das Genossenschaftsmodell wurde zunächst gestoppt und wir stellten in Mali auf das Betreibermodell um. Die Betriebsführung übernahm zunächst unser Netzbaupartner EMS Electric.

Die Finanzierung erfolgte fortan über die Africa GreenTec AG. Mitte 2017 ging die Batterietechnik aufgrund der hohen Hitze kaputt. Unser erster Partner war inzwischen insolvent, so dass wir keinen Ersatz hatten. Die Versorgung wurde daher auf eine Hybrid-Anlage umgestellt.

Mourdiah heute: Aufgrund der Sicherheitslage in der Nara-Region ist es zur Zeit schwierig die Versorgung in Mourdiah auf einen neuen Solartainer umzustellen. Nächstes Jahr soll Mourdiah einen kompletten Relaunch bekommen. Dann wird die neue Speichertechnik zum Einsatz kommen und die Kapazität der Anlage erhöht. Es ist eine Netzerweiterung auf 300 Kunden geplant, die dann die Wirtschaftlichkeit des Standorts herstellt.

Mourdiah war bis heute die wichtigste Erfahrung, denn dort haben wir aus unseren anfänglichen Fehlern gelernt und konnten für die Generation des Solartainer Amali alle notwendigen technischen Erweiterungen, insbesondere in der Netzsteuerung, testen.

2017 begann Africa GreenTec daraufhin in Amaloul, Niger (AGT16-001) und Djoliba, Mali (AGT16-002) mit neuen Pilotprojekten das eigentliche Geschäftsmodell. Diese Geschichten erzählen wir euch gern ein anderes mal.

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