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Oktober 2019 – Ende der Regenzeit: Es ist schwülwarm. Das Brummen der Mopeds im Hintergrund ist ein vertrautes, schon fast beruhigendes Geräusch.

Sirakoro hat einen ganz besonderen Charme. Es ist im Vergleich zu anderen malischen Dörfern eher “traditionell” und nicht im Carrémuster aufgebaut. Es wirkt mit seinen verwinkelten Straßen, als ob es ganz natürlich und wie von selbst entstanden wäre. Das Dorf wird durch einen kleinen Fluss geteilt, neben dem sich ein Teich gebildet hat. Auf der Oberfläche des Teiches schwimmen viele weiße Seerosen. In Kombination mit den Frauen, die in bunten Gewändern ihre Kleider waschen und der sattgrünen Umgebung, ergibt sich ein unglaublich farbenfrohes und paradiesisches Bild.

Village Stories

Implementierung eines neuen Tools

Africa GreenTec ist mit einem großen Team von knapp 30 Mitarbeitern nach Sirakoro unterwegs, um ein neues Tool zum zweiten Mal einzusetzen.

Das Tool ist eine Software, die Datenaufnahmen digitalisiert und vereinfacht. In der Evaluierungsphase eines Dorfprojektes, Planung und Bau eines Stromnetzen sowie einer guten Kundenbetreuung ist eine saubere Datenaufnahme sehr wichtig um das Projekt zu strukturieren. In Sirakoro soll der neue Digitalisierungsprozess deshalb zum ersten Mal direkt von Projektbeginn an eingesetzt werden. 

Sechs Wochen zuvor hatten wir das Tool schon in Djoliba eingesetzt. Dabei haben wir viel neues Wissen über die Verwendung des Systems gesammelt. Dieses verwenden Lorenz (unser Director of Engineering) und Jan (Director of Market Intelligence) um die Software kontinuierlich weiterzuentwickeln, was bei ständig unterbrochener Internetverbindung nicht immer einfach ist. 

Digitalisierung vereinfacht Datenaufnahme

Das Tool macht es unserem Team möglich, auch von Bamako aus digital auf die Daten zuzugreifen. Dank dieser Funktion können wir alle Abläufe besser strukturieren und kontrollieren, war vor allem unser Kommunikationsteam schnell überzeugt. Auch unser Technikteam ist begeistert und statt mit Stift und Papier alle Informationen handschriftlich aufzunehmen, gehen alle gemeinsam mit dem Tablet durch das Dorf und alle wichtigen Dinge können direkt im System eingespeichert werden. 

Der Plan war es, mit Hilfe des neuen Tools die Prozesse zu vereinfachen und dadurch auch schneller zu arbeiten. In der Theorie ist das Recht einfach, aber die Praxis erwies sich aufgrund der lokalen Gegebenheiten als schwieriger. Unsere Techniker haben teilweise GPS Daten von potentielle Kunden außerhalb unser Netzes aufgenommen, da es ihnen so auf den Listen angezeigt wurde. Die Anschlüsse und die GPS Daten passten nicht zusammen. Außerdem standen einige Dorfbewohner, die einen Anschluss haben wollten, nicht auf der Liste der voraussichtlichen Kunden, während andere einfach darauf gesetzt wurden. Letzten Endes konnten aber alle Startschwierigkeiten geklärt werden und 200 Haushalte bekamen erfolgreich einen Stromanschluss.

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Auch das Unterzeichnen von Verträgen gestaltet sich in Mali nicht immer einfach, da die Analphabetenrate hoch ist und die Dorfbewohner natürlich nicht einfach etwas unterschreiben möchten, das sie nicht genau verstehen – so auch in Sirakoro. Zwar können einige Leute lesen und schreiben, jedoch auf Bambara. Französisch wird nicht immer in geschriebener Form verstanden. In diesen Situationen merken wir, wie wichtig es ist, dass unser Mitarbeiterteam die lokalen Sprachen spricht und sich mit Werten und Bräuchen der Region auskennt. 

Zudem herrscht oft allgemeines Misstrauen, wenn wir ein Dorf zum ersten Mal besuchen. Den Menschen vor Ort wurde in der Vergangenheit schon öfter von anderen Organisationen versprochen, dass Strom geliefert wird. Es wurde teilweise sogar schon Geld eingesammelt, ohne dass letzten Endes das Versprechen gehalten wurde. 

Freundlicher Empfang

In Sirakoro überwiegte aber die Freude über unseren Besuch und wir wurden sehr herzlich empfangen. Die Dorfgemeinschaft schien davon motiviert zu sein, dass wir von weit weg und mit einem großen Team in ihr Dorf kamen. Sie bemerkten außerdem schnell, dass wir wirklich etwas bewirken wollen. Ohne Solartainer vor Ort gestaltete sich die Vermittlungsarbeit für unser Kommunikationsteam beim ersten Besuch herausfordernd, da sie nicht praktisch zeigen konnten, was die Dorfbewohner erwartet.

Village Story Sirakoro

Von einmaligen Sonnenuntergängen

Unsere Schlafplätze richteten wir provisorisch auf dem Dach der Südpräfektur in Zelten ein. Nicht weit von unserem Schlaflager entfernt befand sich das höchster Gebäude des Dorfes, ein dreistöckiger Turm, von dem aus man jeden Tag einen wunderschönen Sonnenuntergang zwischen den Bergen bewundern konnte – man selbst umgeben von leuchtendem Grün.

Um der großen Hitze zu trotzen, kauften sich einige Teammitglieder “traditionelle” Arbeitsgewänder. Sie bestehen aus schmalen handgewebten Baumwoll-Leinen, die zu einer Art Bugu (locker fallende Bekleidung und typisch für Männer in Westafrika) zusammengenäht werden. Durch die blauen Verzierung auf dem beigen Stoff sind sie sehr kunstvoll gestaltet.

Village Story Sirakoro

Einheimische Spezialitäten

Das Essen im Dorf war ebenfalls sehr abwechslungsreich und das für das Dorf typische Brot fand großen Anklang. Es handelt sich dabei um ein langes schmales Baguette, das traditionell in Holzöfen gebacken wird. Unser Insider Tipp: Sehr gut mit Fleisch und Soße – noch besser mit den Bohnen direkt aus dem Dorf.

Wie der Strom von Africa GreenTec das Leben der Menschen verändert, erfahrt ihr in unseren #ImpactStories. So beispielsweise betreibt Awa Koné in dem Dorf Djoliba seit längerem ein Restaurant, das besonders die jungen Leute zum Bleiben einlädt. Durch den Strom von Africa GreenTec beeinflusst sie ihr Dorf nachhaltig und inspiriert viele andere.

Mit unserem monatlichen Impact Newsletter bleibt ihr auf dem neuesten Stand und könnt euch über Themen rund um unsere Arbeit informieren.

Habt ihr schon die Dokumentation der Deutsche Welle über uns gesehen?

Ein paar Monate nach unserem ersten Besuch und der Implementierung des „Kobo“ Tools waren mit dem Deutsche Welle Fernsehteam erneut in Sirakoro, um den Solartainer aufzubauen. Hier bekommt ihr noch ein paar Eindrücke aus dem Dorf:

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