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#CountryStory Senegal – von trockener Halbwüste bis Regenwald

Katharina S.
09. Juli 2022

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Senegal, das Land am westlichsten Punkt Afrikas. Ein Land, das voller Kulturen-Diversität, Geschichte und Potenzial ist. Trotzdem haben die Senegalesen mit einigen klimatischen Herausforderungen, aber auch wirtschaftlichen, zu kämpfen. Wir können zwar nicht das Klima beeinflussen, aber versuchen die Menschen im Senegal durch unsere Arbeit zu empowern.
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Senegal, eine Republik in Westafrika. Benannt wurde der Senegal nach dem gleichnamigen Fluss, der auch die Grenze zu Mauretanien bildet. Westlich von Senegal liegen der Atlantische Ozean und Gambia. An den Norden grenzt Mauretanien, östlich Mali und im Süden sind die Nachbarstaaten Guinea und Guinea-Bissau. Eingeschlossen in Senegal liegt Gambia. Der Senegal ist mit einer Fläche von ungefähr 200.000 km², gerade einmal halb so groß wie Deutschland und zählt ca. 16,71 Mio. Einwohner:innen. Dabei verzeichnet der Senegal ein besonders starkes Bevölkerungswachstum von ca. 2,29 % pro Jahr. Im Westen der Republik, auf einer Halbinsel, liegt die Hauptstadt Dakar, die bevölkerungsreichste Stadt im Senegal mit ca. 1.150.000 Einwohner:innen. Etwa 80 % der Menschen leben aber in eher ländlichen Regionen.

Die Wolof sind das größte Volk im Senegal, somit ist Wolof, neben der Amtssprache Französisch, die meist gesprochene Sprache. Ihre Sänger und Griots (berufsmäßige Sänger:innen, Dichter:innen, die Texte als Geschichten oder lehrend vortragen) sind weit über die Grenzen Afrikas bekannt. Sie konnten auch während der Kolonialisierung ihre eigene Kultur bewahren und sind fast ausschließlich muslimisch. Neben muslimisch geprägten Senegalesen, ist ebenso stark das Christentum vertreten (zum Thema gemeinsame Fastenzeiten findet ihr einen Beitrag in unserem ImpactBlog).

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Der Senegal wurde ab dem 9. Jahrhundert vom Islam erobert. Dadurch entstand im Senegal Tekrur, ein großes Reich, das von den Serern am Fluss Senegal gegründet wurde. Es entwickelte sich zu einem großen und bedeutenden Handels­zentrum. Die Vorherrschaft der Tekrur ging im 14. Jahrhundert an das Malireich über. Zu dieser Zeit machten sich die ersten portugiesischen Seefahrenden auf, um an die Küste Westafrikas zu fahren. Sie waren die Vorboten der Kolonisierung, die in Senegal begann. Die Portugiesen waren aber vorrangig an einem von den Arabern unabhängigen Goldhandel interessiert. Ab dem 17. Jahrhundert wurde das portugiesische Handels­netzwerk durch französische, niederländische und britische Kolonien ersetzt. Die Franzosen hatten in Saint Louis und auf der Ile de Gorée Stützpunkte errichtet und Sklaven-Gefängnisse und Schulen aufgebaut. In diesen Stütz­punkten wurden die gefangen genommenen Afrikaner:innen gesammelt und in großen Galeeren nach Amerika gebracht.

Die verschiedenen Königreiche der Wolof wurden bei der Übernahme zerstört. Ein Volk, die Serer, im Zentrum und Westen Senegals lehnten die Übernahme aber konsequent ab. Die Serer sind ein Bauernvolk und bekannt für ihre Schmiedekunst.

Am 20. August 1960 wurde Senegal unabhängig, ein Jahr nach seiner Gründung zur Republik. Erster Präsident war Léopold Sédar Senghor, der bereits unter der französischen Kolonialverwaltung für die Freiheit des Landes gekämpft hatte. Er legte dem Land 1963 eine neue Verfassung vor und führte nach lautstarken Forderungen in den Folgejahren zahlreiche demokratische Reformen durch.

Der Senegal besitzt nur wenige Bodenschätze. Daher gibt es außer textil- und nahrungsmittel­verarbeitende Betriebe wenig Industrie im Senegal. Die meisten Menschen arbeiten in der Landwirtschaft. Deshalb bildet die Landwirtschaft eine natürliche Lebensgrundlage der stark wachsenden Bevölkerung und beschäftigt über zwei Drittel der Senegalesen. Für den Eigenbedarf werden in kleinbäuerlichen Betrieben Hirse, Reis, Maniok, Kartoffeln, Gemüse und Baumwolle angebaut. Doch Dürreperioden, Überweidung und Bodenerosionen stellen die Senegalesen vor besondere Herausforderungen und mindern die Erträge, wodurch sich die Bevölkerung des Landes nicht ernähren kann. Daher müssen einige Nahrungsmittel exportiert werden. Hauptsächlich aus Nigeria werden beispielsweise Fisch, Fischerzeugnisse und Erdnüsse eingeführt.

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Africa GreenTec kann diese Probleme natürlich nicht von heute auf morgen lösen, aber wir können einen kleinen Beitrag zur Verbesserung der Lebens­umstände leisten, zum Beispiel durch Produkte wie PumpUP, ein solarbetriebenes Pumpsystem zur Bewässerung von Feldern. Dadurch könnten Dürreperioden im Senegal überbrückt werden. Aber auch unser Cooltainer kann Menschen unterstützen, indem die Ernteerträge durch Kühlung länger haltbar gemacht werden.

Die wirtschaftlichen Herausforderungen schlagen sich auch in den Bildungs­möglichkeiten des Landes wieder. Viele junge Senegalesen müssen ihre Familie früh unterstützen. Daher nehmen nur wenige die Bildungs­möglichkeiten von Universitäten wahr. Die wenigen, die ihren Abschluss machen, bleiben meist in den größeren Städten, gehen in andere afrikanische Länder oder nach Frankreich. Die sowieso schon verbreitete Landflucht wird dadurch verschärft.

An zu wenigen gut ausgebildeten Leuten leiden nicht nur die einzelnen Menschen, sondern auch die Infrastruktur des Landes. Denn es gibt auch oft nicht genug Arbeitsplätze für Fachleute. Africa GreenTec versucht, Menschen zu empowern und bei dem Aufbau einer Infrastruktur eine unterstützende Rolle einzunehmen. Daher verlegen wir unsere Produktionsstätte nach Dakar, um mehr Arbeitsplätze vor Ort zu schaffen. Unser erster Cooltainer ‚made in Africa‘ wurde in dem senegalesischen Dorf N’diob (wenn ihr mehr über N’diob wissen wollt, dann schaut bei den anderen Artikeln unseres ImpactBlogs vorbei) bereits in Betrieb genommen.

Insgesamt hat der Senegal ein großes Potential. Durch die stetig wachsende Bevölkerung, wovon ein Großteil unter 20 Jahre alt ist. Das Problem bleibt, dass vielen Menschen die Chance nicht geboten wird, ihr eigenes und das Potential der Communities zu entfalten. Die Chance, im eigenen Dorf Arbeit zu finden und nicht in die großen Städte für einen Beruf fliehen zu müssen, ist durch fehlende Strom- und Kühl-Infrastruktur sowie zu wenige wirtschaftliche Möglichkeiten oft nicht gegeben. Wir bei Africa GreenTec möchten die individuellen Kulturen der Senegalesen unterstützen und die Menschen, egal ob Farmer:innen, Techniker:innen oder Schulkinder, in ihrem Tun motivieren und zu mehr Selbstbestimmung zu verhelfen.

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Das Africa GreenTec Team vor Ort