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#VillageStory Gouméra – Eine wunderbare Metamorphose: Von einem Dorf zu einer Kleinstadt

Marie
20. April 2021

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Die Länder Senegal und Mauretanien sind nicht weit von Gouméra, weshalb sich die Stadt zu einem melting pot verschiedener Kulturen entwickelt hat

Gouméra liegt nördlich der Regional­haupt­stadt Kayes. Durch die Lage im Osten Malis ist der Weg in den Senegal und nach Mauretanien nicht weit. Durch den regen Handel mit den Nach­bar­ländern und eine ausge­prägte Diaspora – also Menschen, deren Wurzeln in Afrika liegen, die aber aktuell in anderen Ländern, wie Frank­reich oder Deutsch­land, leben – verfügt Gouméra über gute finanzielle Voraus­setzungen im Vergleich zu anderen Dörfern, die wir in Mali besucht haben. Dadurch konnte sich aus dem einstigen Dorf eine Klein­stadt mit viel Potenzial entwickeln.

Die Community verfügt über eine eigene Dorf­kasse, mit der die Verwal­tung organi­siert wird. Die Sonnike, die in Gouméra leben, sind sehr geschäfts­tüchtig und vor allem die Händler profi­tieren vom Durch­gangs­verkehr.

Die Größe und Lage Gouméras waren perfekt geeignet, um ein regionales Lager­haus und Büro für Africa GreenTec einzu­richten, von dem aus wir heute fünf weitere Dörfer mit Material versorgen und Techniker entsenden können.

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Solar­energie schlägt Diesel­generatoren

Wie in vielen anderen Dörfern Malis, war die Elektri­fi­zierung von Gouméra schon vor der Jahr­tausend­wende geplant. Der ehemalige Betrei­ber hat gemein­sam mit der Regie­rung vor 10 Jahren ein ca. 9 Kilometer langes Strom­netz reali­siert. Jedoch wurde die Strom­versor­gung mit Diesel­genera­toren nie final umge­setzt. Bevor wir unseren Solartainer® im Norden der Stadt aufstellen konnten, gab es lange Verhand­lungen um den genauen Stand­ort. Die Bewohner kannten bisher nur laute, stinkende Diesel­genera­toren und befürch­teten, dass unser Solartainer ebenfalls viel Lärm erzeu­gen und die Toten auf dem nahe­gele­genen Fried­hof stören könnte.

Als alles geklärt war, wurden wir im Mai 2018 begeis­tert empfangen. Die Kinder hatten eigens für Africa GreenTec ein Lied eingeübt, was unserem Team eines der emotional­sten Erleb­nisse unserer bis dahin geleis­teten Arbeit bescherte. Das bereits vorhan­dene Strom­netz konnten wir restau­rieren und als Grund­lage für unser eigenes Smart-Meter-Netz nutzen.

Gemütliche Abendstunden und mehr Leben im Dorf durch Strom

Seitdem hat sich die Klein­stadt noch mehr gewandelt. Gouméra war bereits vor unserer Ankunft sehr lebendig, insbe­sondere im südlich gelegenen Kern prägen mehrere große Moscheen, eine Spar­kasse und robuste zwei- bis drei­stöckige Häuser das Bild. Durch die nun vorhan­dene Straßen­be­leuch­tung und den für Konsum genutzten Strom hat sich der positive Trubel auf den Straßen noch verstärkt und die Menschen genießen nun auch die Abend­stunden gemein­sam. An den zahl­reichen Neubau­ten der Stadt erkennt man außerdem, dass die Diaspora, motiviert durch die Elektri­fizierung der Klein­stadt, wieder mehr in Immobi­lien in der Heimat inves­tiert.

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Florierender Handel und frischer Fisch

Durch die guten finan­ziellen Voraus­setzun­gen buchen die meisten Menschen unsere größeren Strom­tarife, um private Fern­seher, Kühl­schränke und Radios bedienen zu können. Vom produk­tiven Strom profi­tieren vor allem die Gewerbe­treiben­den an der Durch­fahrts­straße und Händler, die z.B. einen Frisch-Fisch-Liefer­service nach Mauretanien aufbauten. Hier sehen wir in Zukunft sehr viel Potenzial für unseren Cooltainer®, der die Kühl­kette weiter opti­mieren kann.

Im Nord­westen Gouméras liegt außer­dem die Peulh-Siedlung, um die herum große Vieh­herden grasen. Die besten Rinder Malis stammen aus dieser Region. Dies ist der Grund, warum neben dem Solartainer auch eine Biogas-Pilot­anlage steht, die durch den Kuhdung betrie­ben wird.